Mittwoch, 28. April 2021

[Rezension] Breakaway | Annabelle Stehle


Titel: Breakaway

Autor: Annabelle Stehle

Verlag: Lyx

Seiten:  464

Format: ebook

Preis: 9,99 € / Paperback: 12,90 €

ISBN: 978-3-7363-1451-1

 

 

Klappentext:

Nur bei dir fühle ich mich frei …
Für Lia bricht eine Welt zusammen, als ihr eine einzige Nacht zum Verhängnis wird. Nicht nur folgen ihr seitdem die Blicke und das Getuschel ihrer Kommilitonen überall auf dem Campus – selbst ihre Freundinnen wenden sich von ihr ab. Als sie es nicht länger erträgt, packt Lia kurzerhand ihre wichtigsten Sachen und setzt sich in einen Bus nach Berlin. Sie hofft, in dem anonymen Trubel der Hauptstadt einen klaren Kopf zu bekommen und wieder zu sich selbst zu finden. Doch dann trifft sie auf Noah, der ihre Welt von einem Moment auf den anderen ein weiteres Mal auf den Kopf stellt ... (Quelle: luebbe)

Meine Meinung:

Vielen dank an Netgalley!

Dieses Buch ist der Debütroman einer Bloggerin, deren Rezensionen ich wahnsinnig gerne lese. Spritzig und auf den Punkt, genau so habe ich mir dieses Buch er hofft.

Lia flieht plötzlich in einer Klausur vom Campus, setzt sich in den nächsten Bus und landet irgendwann in Berlin. Ungefähr so ist der Anfang, nur in Kurzform. Dort trifft sie auf Noah, der gerade von Südamerika zurückkommt, um im Unternehmen seiner Familie zu helfen.

Lia fand ich einen sehr schwierigen Charakter. Mit ihr bin ich überhaupt nicht warm geworden und konnte so viele ihrer Aktionen und Reaktionen nicht nachvollziehen. Nur mal als Beispiel: wie kann man sich nach den traumatischen Erlebnissen in einer fremden Stadt sofort einem fremden Mann anvertrauen. Das war schon mal mein Hauptproblem.

Noah empfand ich als sympathischen Protagonisten, wobei bei ihm auch vieles nicht zusammengepasst hat. Ich fand es einerseits schön, dass er gleich so offen Lia gegenüber gewesen ist, andererseits fand ich es zu viel und zu schnell. In seine Familiengeschichte ist man gleich richtig hineingeworfen worden, wobei man immer das große Geheimnis hatte, warum sein Bruder aus dem Familienunternehmen geworfen wurde.

Die schlimme Geschichte, die Lia am Campus passiert ist, konnte man sich eigentlich sehr sehr schnell zusammenreimen. Daher war das keine Überraschung beziehungsweise kein Schock mehr. Aber das schlimme, das die Autorin mit Lias Flucht darstellte war, dass man als Opfer nur flüchten kann. Vergessen waren die starken Frauen, die me too- Kampagnen und die lauten Stimmen, die sich nicht mehr unterdrücken lassen.

Aber davon mal abgesehen: Das Buch empfand ich einerseits als viel zu viel und andererseits als viel zu wenig. Okay, Lia flüchtet nach Berlin, okay Noah erzählt uns jede Kleinigkeit von seiner Familie. Aber alles war so oberflächlich, dass ich fast schon gelangweilt das Buch gelesen habe. Der Beginn war so schwer, so langsam und so nichtssagend. Als Leser kann man sich vorstellen, was Lia passiert ist. Aber genau dieses Geheimnis wird viel zu lange festgehalten. Auf dutzenden Seiten wird es erwähnt, aber nicht genau darauf eingegangen. Daher kam ich mir irgendwann so vor, als würde ich mich nur noch im Kreis drehen. Und gegensätzlich dazu waren es zu viele gewollte Gefühle, die in diesem Zeitraum, in dem das Buch spielt, einfach nur unrealistisch herüberkamen. Ich habe das Knistern, die Funken und das sich kennenlernen und näherkommen sehr vermisst. Gerne hätte ich auf die Sexszenen verzichtet, wenn dafür mehr Gefühl rübergekommen wäre.

Sprachlich konnte mich das Buch leider auch nicht überzeugen. Oftmals war eine Wiederholung an die nächste Wiederholung gehängt und ich kam mir so vor, als hätte ich das ganze schon mal gelesen. Die weiteren Personen im Buch waren nett, aber auch nur ein kurze Wegbegleiter, die ich ehrlich gesagt gar nicht gebraucht hätte. Ein paar Seiten (oder auch viele) weniger und mehr zwischenmenschliches hätten dem Buch sehr gutgetan.

Fazit: ein schwieriges Thema, leider viel zu seicht beschrieben.

1 von 5 Bienchen

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